5. September 2025
Überall im Kreis sind sie zu sehen: moderne, schicke Feuerwehrgerätehäuser, die den gestiegenen Anforderungen an Sicherheit, Hygiene und Einsatzfähigkeit gerecht werden. Doch was steckt hinter diesem Trend? Die Antwort liegt in den seit einiger Zeit verschärften Vorgaben der Unfallkasse NRW, die die Anforderungen an die Ausstattung und Infrastruktur der Feuerwehrhäuser deutlich erhöht haben.
Herausforderungen durch neue Hygienestandards
Die Unfallkasse NRW fordert seit einiger Zeit, dass die Einsatzkräfte bessere Schutzmaßnahmen in den Umkleide- und Sanitärräumen erhalten. Ziel ist es, die Hygiene zu verbessern und die Einsatzkleidung nach jedem Einsatz hygienisch zu lagern, ohne dass sie direkt mit der Privatkleidung in Kontakt kommt. Dafür ist die sogenannte „Schwarz-Weiß-Trennung“ notwendig: Verschmutzte Einsatzkleidung (Schwarz) muss getrennt von sauberer Privatkleidung (Weiß) aufbewahrt werden.
Darüber hinaus sind geschlechtergetrennte Umkleideräume sowie Wasch- und Duschmöglichkeiten vorgeschrieben. Diese Anforderungen stellen die bestehenden Feuerwehr-gerätehäuser vor große Herausforderungen. Viele der Gebäude sind bereits älter und weisen kleinere Mängel auf. Zudem ist unklar, ob die vorhandenen Räumlichkeiten für die Umsetzung der neuen Vorgaben ausreichen.
Investitionen in mehrere Standorte oder eine zentrale Lösung?
Angesichts dieser Herausforderungen wurde die Überlegung laut, ob es sinnvoller ist, in die Sanierung und Erweiterung der bestehenden Gerätehäuser zu investieren oder ob eine zentrale, moderne Feuerwache die bessere Lösung darstellt. Die Idee, eine zentrale Feuerwache zu errichten, bei der alle Einsatzkräfte zusammengeführt werden, fand schnell Zustimmung bei Verwaltung und Politik.
Gespräche mit der Feuerwehrführung sowie den Kameradinnen und Kameraden bestätigten den Wunsch nach einer zukunftsfähigen Lösung. Es wurde deutlich, dass eine zentrale Feuerwache nicht nur die Einhaltung der neuen Standards erleichtert, sondern auch die Zusammenarbeit und den Einsatzablauf optimieren kann.
Machbarkeitsstudie zeigt vielversprechende Ergebnisse
Nach Klärung rechtlicher Rahmenbedingungen, insbesondere im Hinblick auf die Ausrückzeiten, wurde im Juni 2025 im Ausschuss für Gemeindeentwicklung eine erste Machbarkeitsstudie vorgestellt. Das Planungsbüro „just architects“ untersuchte einen möglichen Standort für die neue Feuerwache, der zentral zwischen den drei Ortsteilen liegt. Das erfreuliche Ergebnis: Es gibt einen geeigneten Platz, der alle Anforderungen erfüllt und eine gute Grundlage für die weitere Planung bietet.
Der vorgeschlagene Standort bietet zahlreiche Vorteile:
• Zentrale Lage für alle drei Ortsteile, was kurze Anfahrtswege garantiert
• Gute Anbindung an das Straßennetz, erleichtert die Alarmierung und Einsatzfahrten
• Unkomplizierte Alarm- und Einfahrtsmöglichkeiten für schnelle Reaktionszeiten
• Ausreichend Fläche für mögliche zukünftige Erweiterungen und zusätzliche Einrichtungen
Weiterhin Nutzung der bisherigen Standorte
Trotz der Planung für eine zentrale Feuerwache soll die bisherige Standorte nicht vollständig aufgegeben werden. Es ist vorgesehen, diese weiterhin für Versammlungen, Treffen oder als Sammelpunkt zu nutzen. So könnten Einsatzkräfte beispielsweise mit einem Fahrzeug vom alten Standort zum neuen Hauptstandort fahren, was die Flexibilität erhöht und die Infrastruktur optimal nutzt.
Ausblick: Eine moderne, sichere Feuerwache für Schlangen
Mit dieser Machbarkeitsstudie ist ein wichtiger Meilenstein erreicht. Sie bildet die Grundlage für die Entwicklung eines Konzepts, das eine moderne, sichere und zukunftsfähige Feuerwache in Schlangen schaffen soll – zum Schutz der Einsatzkräfte und für die Sicherheit aller Bürgerinnen und Bürger.